Z-inema

KINOPROGRAMM

Unser Programm im September beenden wir, mit dem Thriller HUNTED, der Genre-Fans zunächst mit Altbekanntem aufs Glatteis führt, um dann einen unerwarteten Twist zu etablieren…

Der Oktober im Z-inema steht fast ganz im Zeichen von Klaus Lemke, dem „Bad Boy“ des deutschen Films. In enger Kooperation mit Lemke selbst zeigen wir, mit PAUL, unseren liebsten Klassiker, unter seinen Filmen.

Besonders freuen wir uns, seinen vielleicht persönlichsten Film, BAD BOY LEMKE – DIE ABGEBROCHENEN FILME, als Berlin Premiere zeigen zu dürfen (Ausnahmsweise an einem Freitag, statt wie sonst üblich Dienstag).
Lemkes neuester Film BERLIN IZZA BITCH, wird sogar als Kino-Premiere, am gleichen Abend der TV-Erstaustrahlung zu sehen sein.
Thomas Mahmoud, Hauptdarsteller in KEIN GROSSES DING, wird zur Vorführung anwesend sein und danach zum Gespräch und für Publikumsfragen bereitstehen.

Neben den Filmen von Klaus Lemke zeigen wir außerdem KLASSENKAMPF, den neuesten Film von Sobo Swobodnik, der ebenfalls zum Screening und anschließenden QnA kommt.

Welcome to the Wild Side of Cinema!

Dienstag 28. 09. 21 20:00 Uhr
Hunted
Belgien/F/Irland 2020, R: Vincent ParonnaudD: Lucie Debay, Arieh Worthalter, Ciarán O’Brien ua. 87 min. OV engl m.dtsch UT

Trailer – hier klicken / click here:
https://www.youtube.com/watch?v=rRmgZ6D7xcI

Eve (Lucie Debay) flirtet in einer Bar mit einem charmanten Mann (Arieh Worthalter), der sich schnell als mörderischer Psychopath entpuppt. Gemeinsam mit einem Handlanger entführt er Eve. Doch nach einem Autounfall kann sie sich befreien und in ein Waldstück fliehen. Im Kampf um Leben und Tod geht Eve an ihre Grenzen und darüber hinaus. Der Wald ist auf ihrer Seite. Während die zwei Männer die Verfolgung aufnehmen, wird die Gejagte zur Jägerin. Überleben ist nicht genug – sie will Rache!

Mit „Hunted – Waldsterben“ ist dem Oscar®-nominierten Regisseur Vincent Paronnaud („Persepolis“, „Huhn mit Pflaumen“) ein kompromissloser Survival-Thriller gelungen, der genüsslich mit Geschlechterkonventionen, #MeToo und Rotkäppchen-Motiven spielt. Mit bitterbösem Humor und klugen Beobachtungen bekommt die Rape & Revenge-Formel ein zeitgemäßes Update verpasst.

Eve meets what she thinks is a charming guy in a bar. Yet things go terribly wrong once she realizes she has come across a psychopath and his accomplice. They engage in a death chase until she decides to fight back with the forest as her only ally.
(imdb.com)

Pressestimmen:
„Hunted startet als schnörkelloser Horror-Thriller und endet in einem wahnsinnigen Finale; ein absolut furchteinflößendes wie unterhaltsames Gesamtpaket“
(Screen Anarchy)

„Ein raffinierter, bösartiger Trip in den Wald“
(The Guardian)

“Potentieller Midnight Movie-Publikumsliebling: Fieser kleiner Horror-Thriller, der zum Nachdenken anregt”
(Screen Daily)

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Dienstag 05. 10. 21 20:00 Uhr
PAUL
BRD 1974 / Regie: Klaus Lemke/ Darsteller: Paul Lys, Sylvie Winter, Friedhelm Lehmann / 75 Min. Deutsche Fassung

Inhalt:

Nach sieben Jahren Knast ist Paul zurück in seinem Kiez auf St. Pauli und macht erstmal ordentlich einen drauf. Nachdem ein paar “alte Freunde” ihn um eine größere Menge Bargeld betrügen und versuchen aus dem Weg zu räumen, landet er sturzbetrunken auf einer Party in einer Blankeneser
Villa. Das aufeinandertreffen von “Hurricane Paul” und der Hamburger High Society führt dabei zu einer ebenso absurden, wie explosiven Mischung…

Mit entfesselter Kamera und großartig improvisiertem Schauspiel nahm Lemke mit PAUL, bereits mehr als 20 Jahre vor der „Dogma 95“ Bewegung, deren Ästhetik vorweg. Ein Film von ungeheurer Wucht! Streckenweise fast dokumentarisch anmutend, dann wieder großes menschliches Drama
und unmittelbar darauf Situationskomik. Ein Meilenstein des deutschen Films der 70er !

Presse:

„Lemke weiß, was für einen Goldschatz er an Lys hat. Deswegen lässt er ihn von der Leine und schaut, was passiert…“
– taz

Dienstag 12. 10. 21 20:00 Uhr
KEIN GROSSES DING
Deutschland 2013, Regie: Klaus Lemke / Darsteller: Thomas Mahmoud, Henning Gronkowski, Tini-Kristin Böning, Timo Jacobs, Alexander Scheer ua. / 83 Min. / Deutsche Fassung

Vorschau – hier klicken
https://www.youtube.com/watch?v=28NowfFY9ZI

Wir freuen uns auf Hauptdarsteller Thomas Mahmoud, der nach dem Film von den Dreharbeiten berichtet und gerne Fragen des Publikums beantwortet.

Inhalt:
Mahmouds Mission im Leben: Alle anderen ausnutzen und sie dann zur Strafe fertigmachen. Henning, 23, fühlt sich ausgenutzt und fertiggemacht. Aber noch nie war sein Leben bisher so spannend. Er will aus diesem kleinkriminellen Filmvorführer Mahmoud, 34, unbedingt was machen. Wegen seines exzessiven Schandmauls vielleicht einen Entertainer, sowas wie Eddi Murphy, nur besser. Aber egal was Henning tut, Mahmoud ruiniert es wieder…

Pressestimmen:

…die kleingehaltene und feingezeichnete Karikatur eines Hauptstadt-Mikrokosmos, auf dessen Nährboden Exzentrik und Individualismus ungebremst vor sich hin wuchern- kinozeit.de

…dies ist schließlich ein Film von Klaus Lemke, dem Meister des gehobenen Untergrundfilms.
Mit sparsamsten Mitteln wird hier Atmosphäre erzeugt – eine besondere Kunst der improvisierten Imperfektion, die Klaus Lemke beinahe perfekt beherrscht. Immerhin. Und wo findet man schon deutsche Filme, in denen so großartige Dialogsätze gesprochen werden wie: „Wir brauchen definitiv mehr Feuerkraft.“
– Gaby Sikorski / programmkino.de

Ein richtiger Lemke: schnell, verwirrend, cool, ein bisschen traurig und eine schöne Liebeserklärung an Berlin.
– Viennale

Freitag 15. 10. 21 20:00 Uhr
BAD BOY LEMKE – DIE ABGEBROCHENEN FILME
Deutschland 2020, Drehbuch / Regie: Klaus Lemke / Mit: Saralisa Volm, Andreas Bichler, Brigitte Bardot uva. / 90 Min. / Deutsche Fassung

„Lieber wäre ich der Film selbst – als nur der Regisseur meiner
Filme. So wie in japanischen Filmen die Möbel im Haus den Hausherrn auffressen.“ Klaus Lemke

Plötzlich ist er da, aufgetaucht aus dem Dunkel der Leinwand. Ein Film sollte schließlich nicht „irgendwie losgehen. Ein Film sollte explodieren“. Klaus Lemke, Regisseur, Legende, Straßen-Cowboy, redet in seinem neuen Werk das Publikum frontal an: „Ich dreh’ meine Filme für mich und freue mich, wenn jemand anderes findet, ich dreh’ sie für ihn. Denn Film sollte zunächst mal ein Grund zur Freude sein.“

…„Unabhängigkeit gibt es beim Film nur so lange, wie das Geld, das auf dem Tisch liegt, das eigene ist“, weiß er. Das Arbeiten ohne Fördergelder als Sicherheitsnetz macht jedoch nicht nur unabhängig, sondern kann einen auch an den Rande des Ruins bringen. Kein anderer Regisseur bricht so konsequent Filme ab wie Lemke, wenn er mit deren Entwicklung nicht einverstanden ist. Genau davon erzählt „Bad Boy Lemke“. Der Film basiert – launig kommentiert vom Macher – vor allem auf jenen Projekten, die der Regisseur nicht fertigstellen konnte. Das Scheitern damals nutzt er nun freilich als Chance, um seine Art des Arbeitens vorzustellen – und um vogelwild zu erzählen, etwa wie er gegen die Bardot beim Poker 70 000 Dollar verlor („Niemand hatte uns vor ihr gewarnt!“) und warum der Film über Posträuber Ronnie Biggs nichts wurde. „Ich versuche, dem Leben eine Falle zu stellen“, sagt Lemke, „und hoffe, dass das Leben naiv genug ist, um hineinzutappen.“ – Michael Schleicher / merkur.de

Nachem „Bad Boy Lemke“ bei den Filmkunstwochen München und auf dem Filmfest Hamburg gezeigt wurde, feiert er jetzt im Z-inema Berlin-Premiere. Wir freuen uns sehr, als erstes Kino der Stadt nun auch dem Berliner Publikum, diesen sehr persönlichen Film von Klaus Lemke präsentieren zu können.

Dienstag 19. 10. 21 20:00 Uhr
KLASSENKAMPF
Deutschland 2020 / Regie: Sobo Swobodnik / Mit: Lars Rudolph, Margarita Breitkreiz / Deutsche Fassung

Vorschau – hier klicken
https://www.youtube.com/watch?v=pxOD3JHYnFU

Das Z-inema zeigt KLASSENKAMPF, in Anwesenheit des Regisseurs Sobo Swobodnik, mit anschließendem QnA.

Wie ist es, als Junge geboren zu werden, der eigentlich ein Mädchen werden sollte? Wie ist es, in die Unterschicht, ins Prekariat, in die Klasse von Arbeitern, Handwerkern, Bauern und ungelernten Fabrikarbeiterinnen Mitte der 60er Jahre in der westdeutschen Provinz hineingeboren zu werden? Wie ist es, diesen vorgezeichneten tradierten Weg verlassen zu wollen und mit dem Wunsch und der Hilfe von Literatur, Theater und Kunst die Herkunft aus der man kommt hinter sich zu lassen, um in eine andere Klasse, die einem fremd anmutet „aufzusteigen“? Es ist ein scheinbar aussichtsloses Unterfangen. Es heißt, man benötigt vier Generationen, um die Klasse zu wechseln.

Der Film KLASSENKAMPF thematisiert die Klassenpolitik und erzählt ganz subjektiv anhand der Biographie des Regisseurs das Porträt einer sozialen Herkunft und stellt nebenbei stellvertretend und exemplarisch für viele, die aus den unteren Schichten der Gesellschaft stammen die Klassenfrage. (Unter wortgewaltiger Unterstützung von Didier Eribon, Annie Ernaux u.a. – über allem schwebend und einflüsternd der Gottvater des experimentellen Kinos Jean-Luc Godard.) Klassenkampf ist ein Film dazwischen, ein dreckiger Hybrid, ein Film zwischen dokumentarischem Exkurs und inszenierten Spielereien, als Thesenfilm in einer filmischen, narrativen Intervention.

Presse:
„Wo Třeštíková es schafft, dem Kinopublikum eine Frau aus dem von Soziolog*innen eiskalt »working poor« genannten Milliardenheer verarmter Dauerarbeiter*innen so nahe zu bringen, als wäre sie ein Familienmitglied, setzt der Regisseur Sobo Swobodnik in »Klassenkampf« bereits formal auf Distanz. Er zeichnet seinen Lebensweg aus der nicht nur bürgerlichen Einöde der Schwäbischen Alb bis nach Berlin, wo er heute als Schriftsteller und Filmemacher lebt, lässt sich dabei aber von der Schauspielerin Margarita Breitkreiz darstellen. »Klassenkampf« zeigt den Kampf um einen Platz innerhalb der deutschen bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft, auch Swobodniks Suche ist eine Emanzipationsgeschichte, die eindrucksvoll klarmacht, wie unbedingt notwendig der Ausbruch aus der stickigen Enge der kleinbürgerlichen Provinz für ihn war, und wie sehr ländliche und urbane Milieus sich in den letzten Jahrzehnten entfremdet, ausdifferenziert und völlig neu geordnet haben. Swobodnik versucht, seine eigene Geschichte auch theoretisch zu fassen, was zwar zu minutenlangen Textvorträgen führt, aber erst ermöglicht, das Geschehen bewusst einzuordnen. Und dass in einem deutschen Film, der sogar auf einem angesehenen Festival gezeigt wird, Sätze gesprochen werden, wie »Kraft der Verfügungsgewalt über die Produktionsmittel kann ein Teil der Gesellschaft den andern für sich arbeiten lassen und sich das Mehrprodukt seiner Arbeit aneignen. Diese Trennung und Ausbeutungsbeziehung begründet die Existenz der Klassen«, ist schon eine kaum für möglich gehaltene Sensation.
– Neues Deutschland

Dienstag 26. 10. 21 20:00 Uhr
BERLIN IZZA BITCH
Deutschland 2021, Regie: Klaus Lemke. / Darsteller: Lea Mornar, Henning Gronkowski, Birgitt Jänisch-Strempler ua. / 71 Min. / Deutsche Fassung

Vorschau – hier klicken
https://www.youtube.com/watch?v=rdRbgEtSZ0c

Das Z-inema zeigt den neuesten Film von Klaus Lemke als Kino-Premiere, am gleichen Tag der TV-Erstausstrahlung.

Inhalt:
Eine wohlhabende Witwe triggert einen Mord in der Familie, den sie erst vertuscht und dann ungeschehen macht. Napoli-Style. In Berlin.

„Mit wild unbekümmerter Einseitigkeit zeigt der Film ein Berlin, das mit Neapel mehr zu tun hat als mit Preußen“ – Klaus Lemke

Presse:

„Berlin Izza Bitch“ ist ein Film, den nur ein Mensch drehen kann, der keinen Computer und damit die Zeit besitzt, sich noch um das echte Leben zu kümmern.
SZ/David Steinitz

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