Z-inema

KINOPROGRAMM

Aktuell stehen jede Menge Kinostarts, ebenso exzellenter, wie außergewöhnlicher Filmean, dass die Programmgestaltung ein reines Vergnügen ist.
So ist der November denn auch, fast ausschließlich, mit Highlights gefüllt, die bisher im Z-inema noch nicht zu sehen waren.
Eine Ausnahme bildet aber unsere liebste Wiederaufführung vom letzten Jahr, nämlich die wunderbare, russische Science Fiction Groteske „Kin-Dza-Dza“, von 1986…

Welcome to the Wild Side of Cinema!

Dienstag 02. 11. 21 20:00 Uhr
ZORN DER BESTIEN – JALLIKATTU
Indien 2019 / Regie: Lijo Jose Pellissery / Darsteller: Santhy Balachandran, Antony Varghese ua. / OF mit dtsch. UT / 95 Min.

Trailer – hier klicken:
https://www.youtube.com/watch?v=ItcQNybOOHM

Indiens Oscar-Beitrag 2020!
In einem Dorf in der indischen Provinz ist ein mächtiger Bulle gerade noch der Schlachtbank entkommen. Verstört läuft er Amok. Durch die regnerische Nacht und den tiefsten Dschungel. Unter den Einheimischen bricht Panik aus, denn das Fleisch des Tieres war fest eingeplant. Jeder hätte seinen Teil bekommen sollen. Mit Waffen und Fackeln ausgerüstet machen sie sich auf die Jagd, beider es schnell um mehr geht als das entlaufene Biest zu erlegen. Der Zorn steigt empor und jeder einzelne von ihnen will als der größte und stärkste Krieger des Landes gelten.
Es zeigt sich einmal mehr, dass der Mensch nicht nur Jäger und Sammler ist sondern auch eine barbarische Bestie…

Pressestimmen:
ZORN DER BESTIEN – JALLIKATTU ist mit seiner unglaublichen Action ,,eine der größten Entdeckungen des Jahres!“ (Screenanarchy).

Technisch atemberaubend in Szene gesetzt, dreht der ,,orgiastische Amoklauf“ das bekannte Konzept von Filmen wie DER WEISSE HAI und MAD MAX: FURY ROAD auf links und nimmt den Zuschauer mit auf einen spannenden und fantastisch bebilderten Abstieg in die Hölle menschlichen Daseins. Die packende, atemlose Verfolgungsjagd entwickelt sich zu einer düsteren ,,Zivilisationskritik auf
PROMETHEUS-Level“ (slashfilm.com).

In seiner permanenten Eskalation, durch die mal grimmigen, mal slapstickhaften Actionsequenzen ist „Jallikattu – Zorn der Bestien“ ungemein unterhaltsam. Doch genauso wie die Massenszenen bleiben jene Momente in Erinnerung, in denen die Kamera für einige Sekunden verharrt, nachdem alle Menschen das Bild verlassen haben. Das Ende von Antonionis „L’eclisse“ als Miniatur, als quasiapokalyptische Leerstelle. Die tobende Menge, die ewig wächst, bis sie sich schließlich in ihr
Gegenteil verkehrt.“ (Lucas Barwenczik, Filmdienst)

„Wie ein Mix aus Mad Max: Fury Road und Der weiße Hai. Ein apokalyptischer Ritt durch die Hölle!“ (Bloody Disgusting)

„Unglaubliche Action. Eine der größten Entdeckungen des Jahres!“ (ScreenAnarchy)

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Dienstag 09 . 11. 21 20:00 Uhr
DOGS DON‘T WEAR PANTS

Finland,Lettland 2019 / R: J-P Valkeapää / Darsteller: Pekka Strang, Krista Kosonen, Ester Geislerová, Ilona Huhta ua. / OF mit dtsch. UT / 106 min.

Trailer hier klicken:
https://www.youtube.com/watch?v=6DPsTE1j4uo

Juha ist mit seiner Frau und Tochter an einem idyllischen See zum erholsamen Retreat, muss jedoch einen erschütternden Schicksalsschlag erleben. Seine Frau ertrinkt auf tragische Weise. Die emotionale Leere und der aufkeimende Selbsthass lassen Juha nicht mehr los. Als er Jahre später seiner Tochter ein Zungenpiercing erlaubt und sie begleitet, trifft er im SM-Studio auf Mona, eine Domina. Bei ihrer ersten Begegnung geschieht das Unglaubliche. Mona schnürrt ihm den Atem ab.
Die Asphyxie löst eine trostspendende Halluzination bei Juha aus. Sein Leben bekommt einen neuen Sinn, der sich jedoch nur in absoluter Nähe zum Tod einstellt. Dazu muß er sich jedoch jedes Mal aufs Neue seiner Domina unterwerfen.

Pressestimmen:

„Was erstmal nach großem Drama klingt, hat der finnische Regisseur Jukka-Pekka Valkeapää beschwingt verpackt. Immer wieder brechen Humor und die kunstvolle Bildsprache das psychische und physische Leiden Juhas. Pekka Strang, bekannt aus TOM OF FINLAND, trägt dabei die selbstzerstörerische Sehnsucht Juhas im Kostüm eines Biedermanns mittleren Alters, was schon allein für launige Entlastung sorgt. Statt plumper BDSM-Romantisierung á la 50 SHADES OF GREY erforscht
DOGS DON’T WEAR PANTS die Praktiken als Ritual der Ermächtigung über den Schmerz und findet in der Beziehung zu Domina Mona (Krista Kosonen aus BLADE RUNNER 2049) authentische Zugewandtheit. Ein überraschender Film mit einem starken und aufhellenden Ende, der aber dem Thema bedingt den Zuschauenden auch ein gewisses Maß an Resistenz abfordert.“
(Clarissa Lempp, Indiekino)

„Ein dunkles romantisches Märchen aus Helsinki von einem Filmautor, der in Venedig schon zweimal verstörtes Publikum zurückließ. Dabei ist J.-P. Valkepää nicht wirklich Neuerer, er bedient sich aber der Stile skandalumwitterter Größen, Dario Argento in den 80ern, Takeshi Miike in den 90ern und Kim Kiduk in den Nullerjahren. Aseptisch klare Bilder am Tag, farbgetränkte Fantasien von Schmerz und dunkler Lust in der Nacht.
Als Liebesleid schon in den Liebestod strudelt, wählt der Film die mutigste
Option – ein traumhaft scheues Happyend.“ (Uwe Mies, Kölner Stadt-Anzeiger)
„Ein wuchtiger Film, der seelische Abgründe in dunkelbunten Neonfarben ausleuchtet und von einem überzeugenden Schauspiel-Duo getragen wird.“ (Andreas Köhnemann, spielfim.de)

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Dienstag 16. 11. 21 20:00 Uhr
A DARK SONG

Irland,GB 2016 / Regie: Liam Gavin / Darsteller: Steve Oram ,Catherine Walker, Susan Loughnane, Mark Huberman, Nathan Vos ua. / OF mit dtsch. UT / 100 min.

Trailer hier klicken / click here:
https://www.youtube.com/watch?v=7vIkYntMIIY

Sophia Howard (Catherine Walker) mietet in einer entlegenen Gegend ein altes Haus, in dem ihr dann der Okkultist Joseph Solomon (Steve Oram) bei einem Ritual helfen kann. Mit dem will Sophia ihren eigenen Schutzengel beschwören, der es ihr ermöglichen soll, mit ihrem toten Kind zu reden. Das Ritual ist aber enorm zeitaufwändig und intensiv und verlangt, dass sie sich einen Monat lang in dem Haus einsperren. Je länger es dauert, desto wahnsinniger werden sie. Eines Tages bemerken sie, dass sie nicht mehr alleine sind und sie Engeln und Dämonen Tür und Tor geöffnet haben…

„A DARK SONG ist einer der seltenen Horrorfilme, die sich ernsthaft und mit einem deutlichen Interesse an Tiefenpsychologie dem okkulten Thema widmen und die Struktur des Ritual als Basis nutzen. Dabei zerfließen die Übergänge zwischen den Welten und wir tauchen mit den Hauptfiguren ganz in den Kosmos des Rituals ein.“ (Marcus Stiglegger)

Pressestimmen:

„… ein stark geschriebener, grandios gespielter und in wunderschönen Bildern eingefangener Genrebeitrag, den ich nur allen ans Herz legen kann.“ (100 Years of Terror)

„Ironisch-katholischer war Okkult-Horror selten.“ (indiekino)

„Liam Gavin gelingt in seinem Regiedebüt ein intensiv gespieltes,
atmosphärisch dichtes Horrordrama.“
(film-rezensionen.de)

* * *

A bitter and grieving Sophia rents an isolated house in rural Wales to convince short-tempered occultist Joseph Solomon to lead her in a grueling, months-long rite dictated from The Book of Abramelin to summon her guardian angel, whom Sophia can then ask to speak with her dead seven-year-old son.
Solomon explains that once they begin, if they leave the house before the ritual is finished, they will be in grave peril, and that Sophia must spend months of punishing exercises in which they will deal with real demons and angels.

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Dienstag 23. 11. 21 20:00 Uhr
VICIOUS FUN

Kanada 2020 / Regie: Cody Calahan / Darsteller: Evan Marsh, Julian Richings, Amner Goldfarb, David Koechner ua. / OF mit dtsch. UT / 103 Min.

Trailer hier klicken / click here: https://www.youtube.com/watch?v=xo4uoI4QBQo

Horrormagazinschreiberling Joel gerät nach einer durchzechten Nacht in eine Selbshilfegruppe für Serienmörder. Jetzt heiß es: Bloß nicht auffallen!
1983, das Internet ist noch lange nicht erfunden und von einer Pandemie spricht auch noch keiner. Das heißt: Interessengruppen müssen sich tatsächlich noch persönlich zusammenfinden. Meistens freiwillig. Ab und an kann es aber auch mal geschehen, dass man sich versehentlich in einem Raum mit Menschen wiederfindet, mit denen man dann doch nicht so ganz auf einer Wellenlänge ist.
Der Horrorfilmjournalist Joel (Evan Marsh) will eigentlich nur der Affäre seiner insgeheim verehrten Mitbewohnerin nachspüren, findet sich aber nach einer durchzechten Nacht plötzlich in einer Selbsthilfegruppe wieder. Was an sich schlimmstenfalls unangenehm wäre, entpuppt sich jedoch als ziemlich bedrohliche Situation.
Tatsächlich ist Joel in einer Gruppe von Serienkillern gelandet, die nicht
nur Redebedarf zu haben scheinen. Was nach dieser Erkenntnis folgt, umschreibt der Titel VICIOUS FUN selbst schon am besten…

Regisseur Cody Calahan und sein charismatischer Cast haben eine geradezu teuflische Freude daran, die Situation immer weiter zu eskalieren und mit irren Wendungen nur so um sich zu werfen. Mit seiner, trotz erheblichen Blutzolls, beschwingten Atmosphäre und einer ebenso hochwertigen wierasanten ‚pedal to the metal’-Inszenierung ist diese etwas andere Serienkiller-Komödie der perfekte Party-Film.

Pressestimmen:

„Blutig, spannend und spaßig. Ein richtiger Crowdpleaser!“ (filmtoast.de)

„Eine 80er-Jahre-Party voller Blut, schwarzem Humor und Zerstückelungen.“
(La Estatuila)

„Cody Calahans „Vicious Fun“ transportiert die einzigartig coole 80’s Ästhetik in die Gegenwart undbesticht durch wahnsinnig witzige Situationskomik, grandios geschriebene und gespielte Charaktere, saftige Gewaltspitzen und eine unterhaltsame Kurzweiligkeit, die einen beim Abspann fast traurig zurücklässt. Ein nostalgisch angehauchter Mordsspaß, nicht nur für klassische Horrorfans!“
(Kino plus Kritik)

* * *

In 1983 Minnesota, serial killer Phil targets Carrie, who secretly hunts serial killers, outside a motel. Carrie surprises Phil by suddenly stabbing him in his throat once he locks her inside his car. Joel, a film critic for the horror magazine Vicious Fanatics, interviews B-movie director Jack Portwood. Joel tells Jack his idea for a film about a serial killing taxicab driver. At home, Joel sees his roommate Sarah, who he has an unrequited crush on, being dropped off by her new boyfriend Bob. Jealous of Bob and anxious for insight into Sarah, Joel follows Bob to a Chinese restaurant where they engage in conversation at the bar. Unaware of Joel’s true identity, Bob speaks disparagingly about Sarah’s pitiable roommate before sticking Joel with their tab and leaving with another woman. Joel continues getting drunk, stumbles into a supply closet, and passes out. The restaurant locks up for the night. When he recovers, Joel wanders back into the dining room where Zachary leads a 12-step meeting for Carrie, Fritz, Mike, and Hideo. The group mistakes Joel for Phil. Sensing danger if they realize he isn’t supposed to be there, Joel plays along. Joel gradually realizes he is stuck in a self-help meeting for serial killers…

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Dienstag 30. 11. 21 20:00 Uhr
KIN-DZA-DZA!

UdSSR 1986 / Regie: Georgi Danelija / Darsteller: Stanislaw Ljubschin, Lewgen Leonow ua. / OF mit dtsch. UT / 132 Min.

Trailer hier klicken:
https://www.youtube.com/watch?v=rH3EDHHZu1s&t=16s

Russische Sci-Fi-Kultkomödie à la Monty Python & Douglas Adams in neuer Restauration. Drück nie auf Knöpfe, die du nicht kennst! Wladimir Nikolajewitsch wollte nach der Arbeit nur kurz noch Nudeln kaufen, als der junge Student Gedewan ihn auf der Straße anspricht: „Genosse, dort steht ein Mann, der sagt, er sei ein Außerirdischer!“ Als sie ihm helfen wollen, erklärt dieser mit einem Gerät in der Hand, er hätte sich verirrt und bräuchte nur die aktuellen Koordinaten, um sich via Knopfdruck nach Hause beamen zu können. Ungläubig und belustigt drückt Wladimir aus Spaß kurzerhand selbst auf den Knopf… und Zack!, stehen er und Gedewan mitten im Nichts auf einem Planeten namens Plük, umgeben von Sand, soweit das Auge reicht. Und nun?

1986, bei Erscheinen noch recht mäßig besucht, entwickelte sich die groteske Gesellschaftssatire binnen kurzer Zeit zum absoluten Kultfilm, auch der postsowjetischen Ära und gilt vielen bis heute als ein absolutes (und finales) Highlight des sowjetischen Kinos. Kein Wunder bei einem Film, derleicht als russische Variante von Monty Python oder Douglas Adams durchgehen könnte. Ku!

Pressestimmen:

„MAD MAX meets Monty Python à la Tarkowski’ dürfte dieses seltsame Sowjet-Juwel am besten beschreiben. Der wohl am meisten unterschätzte Science-Fiction-Film der letzten 50 Jahre.“ (Little White Lies)

„Der wohl seltsamste Film sowjetischer Kinogeschichte.“ (decoder.org)






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